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P.S.
MEDWAY QUEEN
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Raddampfer
Medway Queen - Übersicht
Im Laufe ihrer Dienstzeit brachte die Medway Queen vielen Menschen sowohl Freude als auch einen Arbeitsplatz. Sie war ein regelmässiger Anblick auf dem Medway und in der Themsemündung, und lebt auch heute noch weiter in der Erinnerung der Menschen, die sie erlebten. Ihr aktiver Dienst reichte von 1924 bis 1963. Während dieser Zeit beförderte der Dampfer hunderttausende von Passagieren über die Themsemündung, zwischen den Küstenstädten im Norden Kents und Southend-on-Sea. Die Medway Queen ist das letzte Beispiel eines frühen Typs des Küstenausflugsdampfers, eine Erinnerung an eine längst vergangene Zeit, die aus unserer heutigen Perspektive betrachtet durch ihre Beschaulichkeit besticht. Sie repräsentiert das handwerkliche Können der Generation, die sie baute, und verkörpert darüberhinaus den sozialen Wandel. Den Wandel von einer Zeit, in der lediglich wohlhabende Bürger diesen Luxus geniessen konnten, zu späteren Jahren, in denen Freizeitvergnügungen dieser Art für alle erschwinglich waren. Um ein Dampfschiff richtig schätzen zu können, muss es - sein Anblick, seine Geräusche und seine Gerüche - hautnah erlebt werden. Die Fortbewegung "unter Dampf" weist die gleichen Charakteristiken und den Individualismus auf, wie wir sie z.B. mit Postkutschen verbinden. Die Dampfmaschine ist die Technologieverbindung zwischen vierbeiniger Pferdestärke und der mühelosen Energie heutiger Transportsysteme. Unser Ziel ist, Ihnen die Reise in diese Vergangenheit zu ermöglichen. Ihnen die Gelegenheit zu bieten, ein Stück lebendiger Geschichte zu erleben und eine Seereise zu unternehmen, wie sie unseren Grossvätern und Vätern vertraut war. Die Geschichte der Medway Queen Der Raddampfer Medway Queen wurde im Jahre 1924 von der Ailsa Werft in Troon in Schottland für den Dienst auf dem Medway und in der Themsemündung gebaut. Von Anfang an galt sie als eines der besten Beispiele schottischer Schiffbaukunst. Ihre regelmässige Route verlief von Chatham und Strood, auf dem Fluss Medway nach Sheerness, Southend, Herne Bay und gelegentlich bis Margate und sogar Clacton, alle in der Themsemündung und mit täglicher Hin- und Rückfahrt. Sie diente als Vergnügungsdampfer für Tagesausflüge von den Anlegestellen der verschiedenen angelaufenen Häfen. Sie gehörte zur "Queen Line" Flotte der New Medway Steam Packet Company mit Sitz in Rochester, Kent. Im Jahr 1937 nahm sie am Coronation Review in Spithead Teil. Wie viele Schiffe ihrer Art wurde die Medway Queen während des 2. Weltkriegs in die Marine eingegliedert. Nach dem Einsatz bei der Evakuierung von Kindern von Kent nach East Anglia wurde sie in einen Minensucher umgebaut und war als HMS Medway Queen, Nummer J48 in der 10ten Minensuchflotte in Dover aktiv. 1940, beim Rückzug der britischen Truppen an die französische Küste nahm die 10. Flotte an der Dunkerque-Evakuierung teil. Die Medway Queen zeichnete sich dabei durch nicht weniger als sieben Überfahrten und die Rettung von 7000 britischen und französischen Soldaten aus. Im späten Kriegsstadium kam das Schiff dann beim Minensuchtraining in Schottland zum Einsatz. Nach Kriegsende wurde die Medway Queen von Thorneycrofts in Southampton runderneuert und kehrte auf ihre alte Route zurück. 1953 nahm sie erneut an einem Naval Review in Spithead teil, zum Anlass der Krönung von Königin Elisabeth II. 1963 wurde das Schiff ausser Dienst gestellt, und es bestand die Gefahr der Verschrottung. Dank einer öffentlichen Protestwelle und Pressekampagne wurde die Medway Queen gerettet, verkauft und diente fortan als Klubhaus in einem Yachthafen auf der Insel Wight. Ihr dortiger Erfolg wurde ihr jedoch zum Verhängnis, und sie wurde durch einen grösseren Raddampfer (Ryde) ersetzt. Die Medway Queen wurde in den Fluss Medina verlegt und sank dort bei einem Unfall. Viele Jahre lag sie in dem gezeitenabhängigen Fluss und ihr Zustand verschlechterte sich zusehends. Technische Daten Die Medway Queen ist ein klassischer Raddampfer für Küstengewässer, mit einer Länge von 54,9m; einem 7,3 m Mast - 15,2m über Radkästen - und einem normalen Tiefgang von 1,7m. Die Verdrängung beträgt 316 Tonnen brutto, 134 Tonnen netto. Die Konstruktion besteht aus vernieteten Stahlplatten und die normale Tragkraft betrug ca. 800 Personen. Die Baunummer der Schiffswerft ist PS 388. Im Vergleich zu später gebauten Schiffen verfügt die Medway Queen über relativ wenig überdachten Passagierraum über Deck, das Schiff hatte jedoch einen kompletten Gastronomiebereich unter Deck. Bei der Hauptmaschine - noch heute vorhanden - handelt es sich um eine von Ailsa gebaute schrägliegende Dampfmaschine. Die Geschwindigkeit betrug 13 Knoten bei 45 Umdrehungen pro Minute, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten bei 55 Umdrehungen pro Minute. Der Dampfkessel vom Typ Scotch war 3,4m lang, mit Dreifachbefeuerung ausgerüstet und wurde ursprünglich mit Kohle befeuert. 1938 wurde das Schiff von Wallsend Engineering in Newcastle im Norden Englands auf den Ölbefeuerung umgestellt. Verein zur Erhaltung der Medway Queen Im Jahr 1984 wurde die Medway Queen von ihren neuen Besitzern gehoben und auf einem Ponton in den Medway zurückgebracht. Dort wurde sie ihrem Schicksal überlassen und sank erneut, gegen die Hafenwand im Chatham Dock. Kurz danach wurde der Verein zur Erhaltung der Medway Queen (Medway Queen Preservation Society) gegründet; mit dem Ziel, dieses historische Schiff für die Nachwelt zu erhalten. Nach langem Bemühen gelang es dem Verein, das Schiff zu erwerben. Es vergingen weitere zwei Jahre, bevor das Schiff vom Schlamm befreit und Löcher im Schiffskörper repariert werden konnten. 1987 war es dann soweit. Die Medway Queen konnte gehoben und an ihren neuen Liegeplatz im Kingsnorth Industriegebiet auf der Insel Grain, flussabwärts von Chatham und Rochester gebracht werden. Hier wurde die Medway Queen in harter Arbeit in den Zustand versetzt, der es uns erlaubt, die eigentliche Restaurierung in Angriff zu nehmen. Und hier ist auch der Standort, von dem aus der erfolgreiche Aufbau des Vereins erfolgte, in die dynamische Organisation, wie wir sie heute sehen. Im Juni 2006 erhielt der Verein eine Zuwendung von ca. 1,8 Millionen Pfund für die Restaurierung des Schiffskörpers. Dies ist der notwendige erste Schritte für einen vollständigen Wiederaufbau der Medway Queen, mit dem Ziel, den Raddampfer in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen. Die Arbeit hat begonnen und der Verein ist aktuell damit befasst, Geldmittel für dieses anspruchsvolle und aufregende Projekt zu sammeln. Machen Sie mit!
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